2025 – Programmmusik mit Mandolinen

Unter dem Titel „In der Halle des Bergkönigs“ widmete sich das Mandolinen-Orchester Hüls 1922 e.V. unter der Leitung von Marijke Wiesenekker der Programmmusik. In der Ev. Kreuzkirche standen Werke bekannter romantischer Komponisten wie Grieg, Ketèlby, Saint-Saëns und Smetana auf dem Spielplan. Bei den ausgewählten Kompositionen wurde jeweils ein sogenanntes „Programm“ vermittelt, das bei dem Zuhörer die Phantasie wecken und Vorstellungen von Bildern, Geschichten, Gefühlen, Naturereignissen und ähnlichem erzeugen sollte. War es beim Präludium aus der Suite „Aus Holbergs Zeit“ vornehmlich die Freude am Tanz, so folgte bei Ketèlbys „In einem chinesischen Tempelgarten“ eine Fülle von Reise-Impressionen. Fernöstlicher Gesang der Priester im Tempel, Weihrauchduft schwebt in der Luft, zwei Verliebte ziehen vorbei, danach eine lautstarke Hochzeitsprozession. Ein Tempelgong unterbricht den Tumult der Kulis auf der Straße und wieder singen die Priester. Bei einem weiteren Werk „Auf einem persischen Markt“ lenkte der Komponist die Aufmerksamkeit zunächst auf eine Karawane, die sich dem Markt nähert. Dort richtet sich der Blick auf Bettler, die Almosen begehren, auf trickreiche Gaukler und hypnotisierende Schlangenbeschwörer. Eine schöne Prinzessin betrachtet das bunte Treiben. Später lässt der Kalif sich herab, Bettler zu beschenken. Alsbald bricht die Prinzessin auf, die Kamele verlassen lautstark den Trubel und entrücken immer weniger zu hörbar in die Ferne. Eines der bekanntesten Werke der Programmmusik hat die Jugendleiterin des Orchesters (Marlene Mendler) eigens für dieses Konzert für das Mandolinenorchester eingerichtet: „Die Moldau“ des Böhmen Smetana. Ein Mandolinen-Duo (Marlene Mendler und Raimund Draken) führten mit quirligem Spiel zu den Quellen des Flusses. Daraus entwickelte das Orchester mit dem berühmten Moldau-Thema den anwachsenden Fluss, Hornthemen verweisen auf eine Jagd am Fluss. Dann findet an seinen Ufern eine Bauernhochzeit statt, es wird gefeiert und getanzt. Später findet man sich in einer nächtlichen Szene wieder. Nymphen tanzen Reigen im Nebel, ab und zu lugt der Mond hervor. Das Thema führt zum Fluss zurück, der sich dramatisch in die gefährlichen „Sankt Johann-Stromschnellen“ stürzt. Die Wassermassen toben und schäumen und ergießen sich bald wieder in das ruhige und breite Bett des Stromes. 

Das Jugend-Ensemble zeigte einen beachtlichen Auftritt zum Reigen der Programmmusik. Es erntete kräftigen Beifall für sein Spiel. Zwei Sätze aus dem „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns: „Das Aquarium“ und „Fossilien“ regten die Phantasie des Publikums an. 

In einem Intermezzo schlug die Band T-Fuzz Harry bestehend aus Marijke & Michiel Wiesenekker, Christopher Esch (Bass, Gitarren, Gesang) und Marko Menrath am Schlagzeug andere Seiten der musikalischen Unterhaltung an. Eine bunte Mischung aus Swing, Klezmer, Americana, Flamenco und Surf riss das Publikum aus den bisher gehörten Klangbildern und packte es jetzt mit fesselnden Rhythmen.

Mit einem Satz aus der berühmten “Peer Gynt-Suite“ von Grieg führten Stamm- und Jugendorchester gemeinsam mit T-Fuzz Harry zum Höhepunkt des Konzertes: „In der Halle des Bergkönigs“, der dem Programm auch seinen Namen gab. Er schildert musikalisch, wie Peer Gynt versucht, die Tochter des Bergkönigs als Braut zu gewinnen. Mit vorsichtigen Schritten schleicht er durch die Höhle, wird von Trollen entdeckt und gejagt. Es folgt eine Auseinandersetzung mit dem König. Peer muss flüchten, versteckt sich, wird von den Trollen aber entdeckt und stürzt aus der Höhle. Krachende ekstatische Abschnitte deuten den Einsturz der Höhle an. Während die Trolle verschüttet werden, gelingt Peer die Flucht. Die musikalische Schilderung gelang den Akteuren bestens. Mit „Sweet Georgia Brown“, einem fetzig vorgetragenen Song mit einem Schlagwerk-Solo aus den Südstaaten der USA endete das Konzert. Das Publikum war sichtlich begeistert und applaudierte lange und kräftig.